ZUKUNDT HANDEL – HANDEL DER
ZUKUNFT
Pressefassung des Vortrages von Ulrich Eggert
In einem emotional aufgestellten, detaillierten Vortrag
konfrontiert Ulrich Eggert, Ulrich Eggert Consulting, Köln,
die Teilnehmer mit dem Handel der Zukunft. Eine Vorausschau
bis ins Jahr 2015 zeigt, dass die Rahmenbedingungen für
Händler nicht einfacher werden.
Basierend auf den vorgestellten Bevölkerungsdaten
sieht er als Gewinner im Markt für Senioren vor allem
die, die mit ihren Produkten die Probleme des Alters vergessen
lassen. Darüber hinaus gewinnen die Dienstleistungen
an Bedeutung, die Senioren das Leben erleichtern. Nicht
nur der reine Produktverkauf, sondern die zusätzlich
angebotenen Leistungen entscheiden über Marktanteile.
Während in den 60iger Jahren die Anteile des Einzelhandels
am Zuwachs des privaten Verbrauchs noch 50 % und mehr betrugen,
so lagen diese zu Beginn des 21. Jahrhunderts bei nur noch
10 % - 12 %. Auch bei den Konsumschwerpunkten der Zukunft
wird der Handel gegenüber den Dienstleistern weiter
verlieren. Als klassische Zukunftsmärkte nennt Eggert
die Gesundheitsvorsorge, den Wellness-Bereich, die Altersvorsorge,
Immobilien sowie Unterhaltung und Kommunikation. Eine große
Rolle wird auch die Mobilität spielen sowie der Tourismus
und Luxusgüter. Handelsaffin sind davon nur wenige.
Lag der Käufertypus „Smart Shopper“ vor
einigen Jahren mit 29 % noch hinter den klassischen Schnäppchenjägern
(35 %) und den Qualitätskäufern (36 %), so wird
er vermutlich auf 40 % bis 50 % in 2010 oder vielleicht
auf 60 % bis 70 % in 2015 anwachsen und eindeutig die größte
Käufergruppe stellen. Mit seiner starken Preis-/Leistungsorientierung
ist er für den Händler schwer dauerhaft zu binden.
Polarisierende Märkte zwischen qualitativ hochwertigen
Spitzenprodukten und Billigprodukten werden das mittlere
Marktsegment bis 2015 erheblich einengen, so Eggert.
Der schrumpfende Markt und die steigenden Flächen
führen Händler ohne eigenen Wettbewerbs-vorteil
zwangsläufig in eine Abwärtsspirale, die so aussieht,
dass der Umsatz fällt, die Fläche dagegen steigt,
weshalb dann die Personalkosten gesenkt und Aufwendungen
für Werbung gesteigert werden müssen. Für
kurzfristige Umsätze gut, jedoch langfristig kann
sich dies nur nach unten entwickeln.
Eggert sieht eine neue Wettbewerbsdimension durch totalen
Verdrängungswillen und prognostiziert daher als Konsequenz
das Zeitalter der strategischen Allianzen. „To be
lunch or to have lunch“ ist das zwar drastische
aber durchaus realistische Motto der Zukunft. Ungebundenen
Betrieben
sagt er Chancenlosigkeit voraus.
Gewinner im Markt werden (preis-)aggressive Anbieter,
Internethändler
sowie emotionale Anbieter und Category-Mischer wie IKEA
oder Baumärkte sein. Der klassische stationäre
Handel überlebt nur mit einem Multi-Channel-Retailing,
also zusätzlichen Verkaufsschienen. Discounter haben
schon längst auch die Nahversorgerfunktion übernommen
und werden durch zusätzliche vor allem digitale Dienstleistungen
weitere Umsätze generieren.
Sein Fazit: Obwohl genug Geld im Markt ist, sind und
bleiben diese eng. Kunden werden durch die richtige
Ansprache und
das Packen von Bedarfsbündeln gewonnen, im Wachstumsmarkt
Senioren spielen Solidität und Dienstleistungen die
größte Rolle. Ohne Kooperationen und stärkerer
Markenausrichtung – der Handel selbst als Marke -
läuft laut Eggert in Zukunft nichts.
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Ulrich Eggert
Ulrich Eggert Consulting, Köln
www.ulricheggert.de
Tel. 02234/94 39 37 zurück
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